Willkommen bei Blumen für Stukenbrock

Antikriegstag 2022 Stukenbrock

Begrüßung durch Hubert Kniesburges, Vorsitzender des Arbeitskreises BLUMEN FÜR STUKENBROCK

Mahn- und Gedenkveranstaltung des Arbeitskreises BLUMEN FÜR STUKENBROCK am 3. September 2022  

 

Liebe Friedensfreundinnen und -freunde, verehrte Anwesende, 

ich begrüße euch zu der diesjährigen Mahn- und Gedenkveranstaltung hier auf dem Gräberfeld sowjetischerKriegsgefangener in Stukenbrock-Senne. 

Ganz in der Nähe befindet sich der Truppenübungsplatzes Senne. In eindringlicher Weise erinnert dieser Ort an das Leid und den Tod, den Kriege im letzten Jahrhundert bis heute millionenfach über die Menschheit gebracht haben. Die Massengräber des sowjetischen Soldatenfriedhof geben Zeugnis von dem unvorstellbaren Verbrechen, das die Wehrmacht an den Kriegsgefangenen verübt hatte. Das ist unauslöschlicher Bestandteil der Militärgeschichte der Senne. 

So wie wir an ihr Leid und an ihren Tod erinnern, gedenken wir der vielen Millionen Menschen, die im 2. Weltkrieg und den vielen Kriege danach, bis in die aktuelle Gegenwart ihr Leben verloren haben. All diese Toten mahnen uns, Kriege als Mittel der Politik zu verdammen! 

Mit einer Schweigeminute wollen wir der Toten gedenken. 

Liebe Friedensfreundinnen und -Friedensfreunde, 

wenn wir heute auf 55 Jahre Antikriegstag in Stukenbrock zurückblicken, so fällt der Blick keineswegs auf eine friedliche, von Völkerfreundschaft und Völkerverständigung geprägten Zeit. Zu keinem Zeitpunkt ist diese Welt ohne kriegerische Auseinandersetzungen gewesen. 

Niemandem darf es gestattet werden, völkerrechtswidrige Kriege zu beginnen oder zu unterstützen! Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine ist ein gravierender Bruch des Völkerrechts und eine neue Qualität von Gewaltanwendung in einer sich seit langem drehenden Konfliktspirale. Die Türkei bombardiert seit Jahren die Gebiete der Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien sowie seit Monaten die kurdischen und jesidischen Gebiete im Irak. Im Jemen herrscht seit Jahren ein blutiger Bürgerkrieg, befeuert durch Saudi-Arabien und geführt mit Waffen aus dem Westen. Im Jemen hat sich eine der größten humanitären Krisen der Welt entwickelt. Nur drei Beispiele für andauernde Kriege und bewaffnete Konflikte überall auf der Welt. Umso wichtiger ist es am Antikriegstag an die Schrecken des 1. und 2. Weltkrieges und die schrecklichen Folgen von Krieg zu erinnern. 

Nicht Waffenlieferungen in Kriegsgebiete, nicht Hass auf andere Völker und kriegerische Durchhalteparolen helfen Frieden zu schaffen, sondern nur das ernsthafte Bemühen um Interessenausgleich und die Respektierung des Völkerrechts durch alle! 

Wir erwarten von Russland und der Ukraine eine Beendigung des Krieges und Friedensverhandlungen. Gestützt wird die Forderung nach Verhandlungen auch durch Friedensforscher*innen. Die vier führenden deutschen Friedens- und Konfliktforschungsinstitute konstatieren in ihrem Friedensgutachten 2022: "Auch wenn es in der Erregung des Augenblicks illusorisch erscheinen mag, ist jetzt der Zeitpunkt, sich über die Schritte zu einer neuen Friedens- und Sicherheitsordnung in Europa Gedanken zu machen." Das Ziel solle gleichzeitig sein, "diplomatische Auswege aus dem Krieg aufzuzeigen, so dass sich die russische und die ukrainische Führung zu Verhandlungen bereitfindet." Dafür steht die Mahnung von Stukenbrock: "UND SORGET IHR; DIE IHR NOCH IM LEBEN STEHT; DASS FRIEDEN BLEIBT; FRIEDEN ZWISCHEN DEN MENSCHEN; FRIEDEN ZWISCHEN DEN VÖLKERN". 

Ein erster Schritt, so empfehlen die Friedensforscher*innen der NATO, kann ein Verzicht auf einen Ersteinsatz mit Atomwaffen sein, um das Risiko einer nuklearen Eskalation zu vermindern. 

Wir appellieren anlässlich des Antikriegstages 2022 an die Verantwortlichen in Parlament und Regierung, den Friedensauftrag des Grundgesetzes zu erfüllen, sich jeglicher Kriegsbeteiligung zu widersetzen und statt eines 100-Milliarden Euro-Aufrüstungsprogramms diese Mittel für eine sichere Umwelt und sozialen Fortschritt einzusetzen. 

 

 

Gedenkansprache Rolf Becker

 

 

Grußwort Charlotte Wiedemann

 

 

Schlußwort Werner Höner

 

 

 

 

 

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