Willkommen bei Blumen für Stukenbrock

Antikriegstag 2019 Stukenbrock

Begrüßung durch Hubert Kniesburges

Mahn- und Gedenkveranstaltung des Arbeitskreises BLUMEN FÜR STUKENBROCK am 7. September 2019  

Liebe Friedensfreundinnen und -freunde, verehrte Anwesende, ich begrüße euch zu der diesjährigen Mahn- und Gedenkveranstaltung hier auf dem Gräberfeld sowjetischer Kriegsgefangener in Stukenbrock-Senne. Wir stehen hier am Rand des Truppenübungsplatzes Senne. Dieser Ort erinnert in eindringlicher Weise an das Leid und den Tod, den Kriege im letzten Jahrhundert bis heute millionenfach über die Menschheit gebracht haben. Die Massengräber des sowjetischen Soldatenfriedhof geben Zeugnis von dem unvorstellbaren Verbrechen, das die Wehrmacht an den Kriegsgefangenen verübt hatte. Das ist unauslöschlicher Bestandteil der Militärgeschichte der Senne. So wie wir an ihr Leid und an ihren Tod erinnern, gedenken wir der vielen Millionen Menschen, die im 2. Weltkrieg und den vielen Kriege danach, bis in die aktuelle Gegenwart ihr Leben verloren haben. All diese Toten mahnen uns, Kriege als Mittel der Politik zu verdammen! Mit einer Schweigeminute wollen wir der Toten gedenken. Während es zu Recht in Berlin ein Mahnmal für die ermordeten Juden gibt und wir in vielen Städten Stolpersteine für die von dort in die KZ deputierten jüdischen Mitbürger finden, gibt es bis heute kein nationales Denkmal für die ermordeten sowjetischen Kriegsgefangenen. Prof. Wladimir Naumow, er war im Alter von 11 bis 13 Jahren in der Bleiche AG in Brackwede als minderjähriger Zwangsarbeiter interniert und hat im Mai 1945 als 13-jähriger an der Einweihung des Obelisken teilgenommen, schreibt in seinem Grußwort an diese Veranstaltung: „Wir begrüßen die Initiativen von Bürgern der Region zur Schaffung einer Gedenkstätte von nationaler Bedeutung in Stukenbrock. Damit entstehen neue Chancen, sich mit den Verbrechen an den sowjetischen Kriegsgefangenen und den Verbrechen in der NS-Zeit, wie auch den Versäumnissen und der Ignoranz der Nachkriegszeit auseinander zu setzen.“ Ich ergänze: Stukenbrock muss zu einem Lernort für Völkerverständigung und Humanität werden! Wir fragen: Warum wurde ein friedliches und partnerschaftliches Verhältnis zu den Völkern der ehemaligen Sowjetunion für Deutschland keine Staatsdoktrin, wie sie es auch für Israel ist? Wir wissen: Ohne Russland gibt es keinen dauerhaften Frieden in Europa! Wir erleben, dass das Gegenteil der Fall ist: - Mit Sanktionen will man Russland erpressen. Ich kann mich da den Forderungen des sächsischen Ministerpräsidenten nach einer engeren Zusammenarbeit und Aufhebung der Sanktionen anschließen. - Wieder trainieren deutsche Soldaten im Rahmen der NATO für einen Krieg an der russischen Westgrenze? - Der Rüstungsetat Deutschlands und die Waffenexporte haben ein unerträgliches Maß erreicht. - Und noch immer verweigert man den Toten des Lagers Stukenbrock den gebotenen Respekt, indem man dem dort von den Überlebenden errichteten Obelisken seine ursprüngliche Aussagekraft entzieht. Die Mahnung von Stukenbrock „UND SORGET IHR; DIE IHR NOCH IM LEBEN STEHT; DASS FRIEDEN BLEIBT; FRIEDEN ZWISCHEN DEN MENSCHEN; FRIEDEN ZWISCHEN DEN VÖLKERN“muss Leitlinie deutscher Politik werden. Jegliche Werbung für Krieg und Gewalt, sowie Maßnahmen, die zum Krieg führen können, sind entsprechend den Festlegungen des Grundgesetzes zu sanktionieren.  

Grußwort von Prof. Naumow

 

Rede von Rolf Becker

 

Schlusswort von Jochen Schwabedissen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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